Einleitung
Sie finden hier ein paar persönliche Eindrücke über die von mir verwendete Ausrüstung. Eine wirklich umfassende und objektive Beurteilung ist auf Grund der Vielfalt der Marken, Produkte und mangelnder Kompetenz meinerseits nicht möglich und hier auch nicht gewollt.
Der Anfang
Intensiv beschäftige ich mich mit der Fotografie seit Ende 2004. Die Auflösung meiner alten Canon IXUS 300 war für meine Luftaufnahmen aus dem Segelflugzeug nicht mehr ausreichend. So brachte mich meine damalige Suche nach einer neuen Kamera, zuerst zu einer Olympus C-770 UZ.

Bei Wind und Wetter ...
Mit dieser Kamera hatte ich den ersten Kontakt mit Blende, Belichtungszeit und Co. Da mir der Autofokus viel zu langsam und die Akkulaufzeit zu kurz war, gönnte ich mir den Sprung in die Welt der DSLR-Kameras und entschied mich für eine Canon EOS 20D. Auch die eingesetzte Software hat in den letzten Jahren häufig einen Wandel erfahren. Fachwissen und kompetente Hilfe rund um die Fotografie und Technik findet man bei Digicamfotos, im DSLR-Forum und natürlich noch an vielen weiteren Orten im Internet.
Die Software
Nach etwas hin und her musste nun Canons Digital Photo Professional der Software Adobe Lightroom weichen. Lightroom deckt nahezu den ganzen Bereich meines Workflows ab. Von der Verwaltung der Bilder, Verschlagwortung, konvertieren in DNG, verlustfreies bearbeiten von Weißabgleich, Tonwert, Gradation, Farbe, Kontrast, ausrichten der Bilder, einfache Stempelfunktion; sowie Linsenkorrekturen wie Vignettierung und chromatische Aberration und das reduzieren des Sensorrauschen bei Aufnahmen bei hohen ISO Einstellungen. Dazu die RAW-Konvertierung für die Ausgabe zur Präsentation und den Druck. Da ich die Bilder in der Regel sehr wenig bearbeite, reichen mir meist die Funktionen in Lightroom. Eine weiter Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop Elements 5.0 und Tools wie Neat-Image und PTLens dienen nur noch dem Feinschliff einiger Fotos. Lightroom erspart mir so spürbar viel Zeit bei der Bildbearbeitung und Verwaltung, so das man auch mal wieder etwas mehr Zeit dem wesentlichen Teil dieses Hobby widmen kann ‘Dem Fotografieren‘. Für Panorama Fotos nutze ich den kostenlosen Image Composite Editor von Microsoft, damit lassen sich die einzelnen Fotos nahezu automatisch zusammen ‘stitchen‘, das ist ein kleines geniales Tool.
Der Megapixelwahn
Meine uralte IXUS 300 lieferte 2 Megapixel, die auf einer Ausbelichtung von 10 x 15 gar nicht so schlecht aussahen. Die Olympus lieferte 4 und die Canon nun 8,2 Megapixel. Wenn man nur Bilder in 10 x 15 ausbelichten möchte, ist die Anzahl der Megapixel schon relativ egal. Wenn man aber ein Poster in 1 Meter x 1,5 Meter machen möchte, sind die 2 Megapixel aus einem ‘normalen Betrachtungsabstand‘ nicht mehr zu gebrauchen, mit der Canon 20D aber durchaus noch machbar. Auch wenn man nur einen Bildausschnitt aus dem Foto nutzen möchte, sind ein paar Megapixel mehr, gar nicht so schlecht.
Warum nun eine Canon EOS 20D?
Auch andere Hersteller, wie Nikon, Olympus, Pentax usw., können sehr gute Kameras bauen. Meine erste DSLR, die ich in der Hand hielt, war eine Canon EOS 10D. Sie war die Lösung aller Unzulänglichkeiten meiner C-770 UZ und was soll man da noch wochenlang Produkte vergleichen, Testberichte lesen, Usermeinungen in Foren studieren und Laborfotos vergleichen? Da damal beim Kauf die Canon 20D das aktuelle Modell war, landete eben diese in den Warenkorb. Will heißen, hätte mir jemand eine Nikon in die Hand gedrückt, hätte ich jetzt bestimmt eine Nikon-Ausrüstung.
Die Unterschiede für einen Knipser, wie meiner Einer, sind da eher marginal und das Preis- / Leistungsverhältnis bei Canon geht auch in Ordnung.
Das Equipment im Detail:
Canon EOS 20D
Digitale Spiegelreflex Kamera (DSLR), angesiedelt im semiprofessionellen Bereich, in einem robusten Magnesium Gehäuse. Sie ist recht flott: Bildfolge bis 5 Bilder/Sek., Einschaltverzögerung von 0,2 Sek. und ISO 100 – 3200. Bilder bis ISO 400 sind nahezu rauschfrei. Der Sensor hat eine Auflösung von 8,2 Megapixel auf einer Fläche von 22,5 x 15 mm. Der Sensor ist kleiner als bei einer Vollformat Kamera mit einer Sensorfläche von 36 x 24 mm. Daraus ergibt sich ein spezifischer Verlängerungsfaktor von 1,6 (wird auch als Crop-Faktor bezeichnet). Das wirkt sich positiv in Richtung Zoom aus, da ein Objektiv mit einer Brennweite von 200 mm, einer Brennweite von 320 mm entspricht. Leider wirkt es natürlich auch nach unten im Weitwinkelbereich aus, ein 10 mm Ultaweitwinkel Objektiv hat dann nur noch eine effektive Brennweite von 16 mm. Wenn man es aber ganz nüchtern betrachtet, hat man nix weiter, als einen schnöden Ausschnitt gegenüber einer Vollformatkamera. Der Stromverbrauch ist verhältnismäßig gering, eine Akkuladung des BP-511 Akkus hält rund 600-800 Fotos. Ein preisgünstig erworbener Zweitakku eines Fremdherstellers steht dem Original in nix nach. Alle Bedienelemente sind gut erreichbar und das Handling ist durchweg sehr gut, aber nicht perfekt. Der eingebaute Monitor ist aber eher weniger für eine vernünftige Schärfebeurteilung zu gebrauchen. Zwischen dem Autofokus der Olympus C-770 und Canons EOS 20D liegen wahrlich Welten. Bei allen vier unten aufgeführten Objektiven sitzt er schnell und zuverlässig.
Canon Speedlite 430EX
Sehr guter, leistungsstarker Blitz mit einer Leitzahl von 43 und E-TTL II Unterstützung. Damit werden Kameraeinstellungen wie z.B. die Brennweite oder die eingestellte Belichtungskorrektur an den Blitz übergeben. Mit diesen Angaben und den Ergebnis vom Messblitz, wird eine sehr harmonische Ausleuchtung erzielt. Ein passender Omnibounce optimiert die Ausleuchtung bei Portraits noch einmal.
Canon EF 70-200 mm 1:4L USM
Ein hervorragendes Objektiv, mit einer sehr guten Abbildungsleitung schon bei Offenblende und nominaler Brennweite an der EOS 20D von 112-320 mm. Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Einfach Spitze und sein Geld wert.
Canon EF-S 60 mm 2.8 USM Macro
Das Makro hat ebenfalls eine sehr gute Abbildungsleistung und ist auch schon bei Offenblende sehr gut. Die Brennweite von 96 mm ist auch für schreckhafte Tiere brauchbar, wenn man sich vorsichtig nähert (Stichwort: freier Arbeitsabstand). Von mir ganz klar ein Empfehlenswert.
Tokina AT-X 116 Pro DX AF 11-16 mm
Ursprünglich stand immer noch das Canon EF-S 10-22 auf meiner Wunschliste, aber nach dem ich die ersten Bilder und Berichte zum Tokina AT-X 116 gelesen habe, wurde ich schon neugierig auf das ‘Neue‘ von Tokina. Nun ist es da und hat mich schon bei den ersten Testfotos in seinem Bann gezogen. Das AT-X 116 Pro macht einen sehr wertigen Eindruck, die Abbildungsleistung ist hervorragen, hat eine an der EOS 20D nutzbare Brennweite von 17-27 mm und eine Offenblende von 2.8. Ja… und zudem ist es noch günstiger. Es ist ein wirklich tolles Objektiv und hat bei mir zwischenzeitig die Rolle des ‘Immerdrauf’ Objektivs übernommen.
GPS Logger Wintec WSG-1000
Dieser recht kleine und handliche GPS Logger zeichnet die zurückgelegten Strecken auf. Es wird in regelmäßigen Abständen, z.B. abhängig von der Geschwindigkeit, die aktuelle GPS Position abgespeichert. Später werden diese Daten zusammen mit den Fotos synchronisiert, so das zusätzlich zu den allgemeinen EXIF Daten auch die GPS Positionen in den Bilden hinterlegt sind (GeoTagging). Diese Informationen lassen sich beispielsweise mit Google Earth oder Google Maps verknüpfen, so das man mit einem Mausklick den Standort für ein Foto auffinden kann. Da ich meine Bilder gleich in das Digital Negativ Format (DNG) von Adobe umwandle, ist das Angebot an Programmen für diesen Zweck noch recht mager. Mit dem kostenlosen Programm GeoSetter geht das aber prima. Ich hoffe aber, das diese Funktion in einer der nächsten Versionen von Adobe Lightroom integriert wird. Der Wintec WSG-1000 erledigt seinen Job ebenfalls sehr gut.
Sandisk 8 GB, 2 GB und 1 GB Ultra II CF Speicherkarten
Da die Speicherkarten zwischenzeitig sehr preisgünstig geworden sind, wurde jetzt noch mit 8 GB aufgerüstet.
Das reicht jetzt für gut 1200 Fotos im RAW-Format.
Tamrac Fotorucksack 5575 Expedition 5
Dieser Fotorucksack bietet jede Menge Platz, um die hier aufgeführte Ausrüstung vollständig unter zu bringen. Da fehlt nur noch ein Freiwilliger, der das Teil den ganzen Tag umher trägt.
Walimex Dreibein WAL-666 mit Walimex FT-010H 3D-Pro-Neiger
Ein brauchbares Stativ, aber kein Leichtgewicht. Der 3D-Neiger läuft etwas stockend, für Architektur ist das Gespann ganz gut, wenn man etwas mehr Präzision beim Ausrichten der Kamera möchte, bleibt wohl nur ein ordentlicher Getriebeneiger und wer sein Stativ lange mit sich rumtragen möchte, sollte etwas leichteres, z.B. aus Karbon nehmen.
Walimex Einbein WT-1003 mit Walimex FT-002H Pro-Kugelkopf
Ein sehr leichter Monopod aus Aluminium. Die Kombination gefällt mir sehr gut. Es macht einen soliden Eindruck und das Schnellwechselsystem ist kompatibel zum FT-010H.
… und dann noch Dies und noch Das.
Tja, nix hält ewig, mein Canon EF-S 17-85 mm 1:4-5,6 IS USM hat nun den Dienst versagt. Der Autofokus pumpte nur noch und fokussierte nicht mehr. Laut Internetrecherche würde eine Reparatur wohl so um die 200,- EUR kosten, also ging das Objektiv als ‘Defekt’ bei eBay über den Tresen. Da ich die letzten Monate fast ausschließlich nur noch mit dem Ultraweitwinkel unterwegs bin, habe ich es auch nicht wirklich vermisst. Über kurz oder lang brauche ich aber wieder ein Ersatz für den nun fehlenden Brennweitenbereich. Oder… auch nicht.