Mehr Besucher – Fotogalerie und SEO

SEO per Definition = Search Engine Optimization

Es geht hier also um die Suchmaschinenoptimierung. Das Thema SEO ist viel zu komplex um es hier mit ein paar Zeilen abzuhandeln, immerhin lassen sich damit ganze Bücher und Foren füllen. Dazu kommen noch viele Halbwahrheiten, Gerüchte und Spekulationen.

SEO für Anfänger ist häufig ein langjähriger Prozess von Trial and Error. Von daher wird das hier nun keine vollständige Abhandlung zum optimieren einer Fotogalerie.

Viele (zukünftige) Hobby Webmaster machen sich zu diesem Thema kaum Gedanken oder wissen nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt. Wer nun eine Webseite, egal zu welchem Thema ins Netz stellt, erhofft sich in der Regel auch Besucher und Feedback. Die große Masse der Besucher kommt im Normalfall über Suchmaschinen, im deutschsprachigen Raum zumeist über Google. Wer nun im Internet nicht gefunden wird, betreibt seine Homepage doch mehr als Alleinunterhalter und verliert damit auch schnell das Interesse an seiner Webseite. Daher möchte ich hier an dieser Stelle nun ein paar Anregungen liefern, damit aus der Eigenen Fotogalerie mehr wird, als nur Zeit und Geld verbrennen.

Die Probleme beginnen schon bei der Auswahl einer passenden Weblösung. Viele dieser Lösungen setzen auf Flash oder JavaScript und sind darüber hinaus nicht für Suchmaschinen optimiert. Da Suchmaschinen generell keine Links hinter JavaScripts verfolgen und auch nur mit einigen Tricks Inhalte aus Flash Animationen auslesen können, werden diese Seiten bzw. Inhalte nicht in den Suchindex aufgenommen. Suchmaschinen brauchen Input, das heißt für sie indexierbaren Content, also Text. Finden Suchmaschinen nix verwertbares, bleiben potentiellen Besucher über Suchmaschinen zwangsläufig aus.

Welche Weblösung ist nun die Beste?

Als ich vor ein paar Jahren intensiv nach einer brauchbaren Lösung gesucht habe, gab es keine. Ich glaube, dass es da bis heute noch nicht viel besser aussieht, lasse mich hierzu aber gerne eines Besseren belehren. Seinerzeit habe ich mich für 4Image entschieden. Das Design war zwar im startenden Web 2.0 Zeitalter nicht mehr zeitgemäß, aber es erfüllte damals die besten Voraussetzungen den vorhanden Programmcode noch ein wenig zu optimieren. Mit einer Optimierung verbunden sind aber leider auch ausführliche Kenntnisse in HTML, PHP, SEO und natürlich auch die Rechte, den vorhandenen Quellcode überhaupt anpassen zu dürfen. Da es schon aus finanzieller Sicht wenig Sinn macht einen Webdesigner und einen SEO Spezialisten für eine kleine private Fotogalerie zu beschäftigen, bleibt den Meisten nur das Selbststudium. Da auch mir genau diese ausführlichen Kenntnisse fehlten, wurden SelfHTML, das PHP.net und das Abakus-Forum zu meinen langjährigen Verbündeten.

Ohne SEO geht da nix

In WordPress lassen sich die Grundlagen der Optimierung mit einem kleinen Plug-in recht flott umsetzen. SEO innerhalb einer Fotogalerie zu etablieren erweist sich meist als etwas schwieriger, da es kaum ausgereifte Plug-ins für die einzelnen Weblösungen gibt. Auf jeden Fall sollte man in den dazugehörigen Foren nach solchen SEO Plug-ins Ausschau halten und diese mit einbinden, auch wenn man da ggf. direkt am Quellcode schrauben muss. So gibt es beispielsweise Plug-ins für Suchmaschinen freundliche URL’s und für Google Sitemaps. Damit lassen sich häufig schon ein paar größere Hürden überwinden.

Natürliche Webseiten beinhalten in der Regel Text so dass es dort, wenn die interne Verlinkung nicht durch JavaScript o.ä. gestört ist, wenigstens schon eine Basis zum indexieren gibt. Bei einer reinen Fotogalerie, die naturgemäß meist nur mit Bildern bestückt wird, geht der für Suchmaschinen verwertbare Inhalt nahezu gegen Null. Die Bilder allein, ohne umliegenden Text sind praktisch wertlos. Optimal wäre es natürlich, wenn die Softwareentwickler zumindest die wichtigsten Grundlagen zur Website-Optimierung in ihre Entwicklungen mit einfließen lassen.

Was kann man nun verbessern?

Suchmaschinen wollen den Suchenden Ergebnisse liefern, dafür brauchen sie aber Input. Es geht nicht um irgendwelche bösen Tricks oder schwarze Magie, man muss ja nicht gleich im Big Business mitmischen. :-) Es geht um schlichte, selbst durch führenden Suchmaschinen Betreiber empfohlene Vorgaben. Dazu gehört u.a. eine funktionierende interne Verlinkung, natürlicher Linkaufbau (Backlinks), aussagekräftige Seitentitel, META-Tags (description und keywords), alternative Bildbeschreibung (das ALT Attribut), optimal wäre dann noch richtiger Content wie z.B. eine Beschreibung zum Bild. Wichtige Keywords in der URL der jeweiligen Webseite und Keywords im Dateinamen der Bilddatei könnten das Ganze noch abrunden.

Google bietet mit seinen Richtlinien für Webmaster alles, was man grundlegend hierzu wissen sollte. Es erweist sich aber schon als recht schwierig, alle diese Grundlagen auf ein fertiges Produkt von der Stange umzusetzen. Zum einen ist es recht schwer in den nicht dokumentierten Quellcode Änderungen vorzunehmen oder man möchte Beispielsweise einfach keine Texte neben den Bildern stehen haben.

Wer nur selten weitere Bilder veröffentlichen möchte fährt vielleicht sogar besser, alles auf reinen selbst erstellten HTML Seiten online zu stellen, damit hat man den besten Einfluss auf alle SEO technischen Parameter einer Webseite oder man installiert sich ein gut optimiertes Content Management System kurz CRM. Grundlegend sollte man aber bereits vor der Auswahl seiner Galerielösung prüfen, ob zumindest die interne Verlinkung reibungslos funktioniert. Mit dem Befehl site:www.referenzseiten.de bei Google, MSN & Co. kann man prüfen, wie viele Seiten im Index sind. Wenn auf einer Seite ein paar hundert Bilder sind und der Site-Befehl nur ein paar wenige Ergebnisse liefert, sollte man lieber die Finger von dieser Lösung lassen oder wissen, was dort zu ändern wäre. Wichtig, nicht nur eine Seite prüfen, sondern mehrere, um hier nicht über einen Einzelfall zu stolpern. Wer nur meine Seite prüfen würde und sich dann 4Images installiert würde sich auch ein wenig wundern.

Ein weiteres sehr verbreitetes Problem bei Fertiglösungen ist DC (Double Content), also Webseiten / Unterseiten mit unterschiedlicher URL aber gleichem Inhalt. So sollte man z.B. per Mod_Rewrite eine Standarddomain definieren, sich also entweder für http://domain.de oder http://www.domain.de entscheiden. Auch innerhalb dynamisch erstellten Webseiten tritt gerne DC auf. So gibt es beispielsweise auf meiner Webseite die Bildseite image123.htm und über die Suchfunktion image123.search.htm. Der Inhalt dieser beiden Seiten ist aber vollkommen identisch. Google wirft dann gerne diese Seiten aus dem Index. Das führt zu einem ständigen auf und ab im Index und einem schlechten Ranking der Seiten, da diese nie dauerhaft ihren Pagerank halten können. Über passende Filter in der robots.txt oder mit den passenden META-Tag (robots) kann man die Aufnahme der weniger wichtigen DC verursachenden Seiten unterbinden.

SEO selbst ist ein sehr langwieriger Prozess, da sich Änderungen an der Webseite erst nach Tagen, Wochen oder Monaten bemerkbar machen. Also nix überstürzen, gut planen und viel Kaffee oder Tee kaufen. ;-)

Ich könnte nun noch Tagelang weiterschreiben, aber es sollte ja nur ein Wink mit dem Zaunpfahl werden, selbst ist der Mann oder die Frau… ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung und den damit auch hoffentlich zunehmenden Besucherzahlen. ;-)

Zum Abschluss noch ein paar nützliche Links zum Thema

Die Google Webmastertools. Wer seine Seite hier einträgt erhält eine Menge Informationen zum Status und zu Problemen der Webseite: DC, gleiche Titel bzw. META-Tags uvm. Auch die Standarddomain zumindest für Google, lässt sich hier festlegen.

Der Xenu Linkchecker, dieses Tool listet alle verfolgbaren Links einer Webseite auf und bietet damit die Möglichkeit, die interne und externe Verlinkung zu prüfen.

Der Lynx Browser, ein rein textbasierender Webbrowser, alles was man hier nicht auf einer Webseite lesen kann, können auch Suchmaschinen nicht lesen.

Nützlich ist auch ein brauchbares Analyse Tool zum auswerten der Besucherzahlen, Zugriffsquellen, der verwendeten Keywords uvm. Die meisten in den Webhosting Paketen integrierten Statistiktools sind dafür vollkommen unbrauchbar, da diese alle Zugriffe auch von Spidern, Crawlern etc. erfassen und damit die echten Besucherzahlen stark verfälschen. Ich selber nutze Google Analytics, wie man auch unschwer im Quellcode erkennen kann. Es gibt aber auch viele weitere gute Online- und Offlinelösungen, die den ganzen Overhead filtern und realistische Besucherzahlen liefern, exakte Angaben liefert aber keines dieser Tools.

Der W3C Validator. Valider Quellcode hat zwar nicht unmittelbar mit SEO zu tun, aber was nützen die vielen neuen Besucher, wenn sie gleich wieder abspringen, nur weil die Seite fehlerhaft dargestellt wird. Wer nur den IE nutzt, wird ev. schon etwas erstaunt sein, wenn er sich seine Seite z.B. einmal mit dem Firefox oder Opera betrachtet. Mit validen Quellcode reduziert man u.a. auch das eine oder andere Darstellungsproblem. Wer seine Seite einmal durch andere Browser oder Betriebssysteme betrachten möchte, kann sich das einmal bei Browsershots anschauen.

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